Vereinsnachrichten

Neues Chronikbuch berichtet in vielen Kapiteln über „Manolfingens“ Leben von damals bis heute

Eine beurkundete Schenkung an das Kloster Lorsch im Jahre 775 bestimmte das Ortsalter

Da fragte sich der ehemalige Erste Vorsitzende des Geschichts- und Heimatvereins Mainhausen (GHV), Dr. Ludwig Stenger, schon vor einigen Jahren, was man denn im Hinblick auf das bevorstehende 1250-Jahre-Jubiläum von Mainflingen, im Jahr 2025 als GHV dafür tun könne. Als gebürtigem Mainflinger, Jahrgang 1941, mit offenen Augen, Ohren und Herzen für die Heimat, kam ihm da schnell die passende Idee.

Entstehung der Chronik 1

Ein sachlich aussagekräftiges, wie auch unterhaltsames Chronikbuch, basierend auf profunder Heimatkenntnis, sollte entstehen. Gesagt, war da noch lange nicht getan und aller Anfang war naturgemäß schwer bei dieser Mammutaufgabe.

Das Ergebnis auf über 260 Seiten gesammelt, von Dr. Stenger redigiert, und illustratorisch mit zum Teil farbigen Fotos und Bildern gestaltet, kann sich mehr als sehen lassen. Es dürfe zum Freundschaftspreis von 22 EUR auf Sicht in keinem Mainflinger Haushalt fehlen, meinen viele der ersten Leser einhellig. Dr. Stenger bediente sich zahlreicher zugänglicher Quellen, schulischer, kirchlicher und vor allem auch privater. Von vier Gast-Autoren hatte er während seiner weit über eineinhalbjährigen Erstellungszeit des Buches das Einverständnis abgefragt, deren Texte verwenden zu dürfen. Und erlangte Zustimmung. Eine Schenkung des fränkischen Freien Gerhard an das Kloster Lorsch am 23. Juni 775 ließ erstmals den alemannischen Namen „Manolfingen“ in einer Urkunde erwähnen.

Der GHV konnte die Finanzierung der Herausgabe allein nicht stemmen, die Gemeinde Mainhausen, der Kreis Offenbach, sowie weitere Sponsoren wurden mit ins Boot geholt. GHV-Vorsitzender Gerald Wissler übernahm die Sponsorenkontaktierung, wie auch die Koordination von Textbeiträgen aus den Ortsvereinen zu deren ausführlicher Präsentation im hinteren Teil der Chronik. Grußworte der wichtigsten lokalen politischen Persönlichkeiten sind vorn ebenso in dem Buch enthalten. Der GHV wünscht sich am Ende seines Vorworts zum Chronikbuch, dass es „dazu beiträgt, den Bürgern Mainflingens, das Werden ihrer Gemeinde in 1250 Jahren Geschichte näher zu bringen.“

Anschaulich gegliedert hat Dr. Ludwig Stenger das Buch in neun, oberhalb auch farblich markierte Rubriken: Vom Mainflinger Wappen, der Geologie, Vorgeschichte und Archäologie ( Joachim Lorenz von der anderen Mainseite und die hiesige Kreisarchäologin Gesine Weber), die unmittelbare Ortsgeschichte, Pfarrei und Kirche, sowie die Schule. Der Arbeit und dem Gewerbe am Ort widmet sich ein weiteres Kapitel. Auch die Schifffahrt war nach der Landwirtschaft später ein wichtiger Erwerbszweig, das Fährwesen für viele Bürger existentiell wichtig. Über die Bong’schen Mahlwerke wird ebenso sehr ausführlich vom Ton- und Kiesabbau berichtet (Autor Matthias Koch). In diesem Abschnitt ist auch der 22-jährige, letztlich erfolgreich mit allen rechtlichen und emotionalen Mitteln geführte Abwehrkampf, gegen eine mehr als die Gesundheit bedrohende Giftmülldeponie, ausführlich beschrieben.

In den „Mainflinger Geschichten“ sind auch „Erzählungen aus der Spinnstube“ enthalten. „Orte mit Geschichte“ innerhalb Mainflingens Gemarkungsgrenzen sind ebenso interessant beschrieben. („Häuser Schloss“, „Grasbrücke“ und weitere Brücken oder der ehemalige Luftwaffen-Einsatzhafen der Wehrmacht nach dem Werk „Schafsweide“ von Kurt Braatz). Die ortsansässigen Gastwirtschaften der letzten Jahrhunderte, werden ähnlich, wie die vielen ehemaligen kleinen Krämer- und Lebensmittelläden von Mainflingen in der Chronik vorgestellt. Sogar der komplizierten früheren Zeitbestimmung unter Einsatz von Postkutschen, widmet sich die Chronik.

Im „Lädschen“ am Ginkgoring 60 - rechts neben den beiden Supermärkten – geht das attraktive Buchwerk über die Ladentheke. Die Erwähnung aller textbeteiligten Autoren, Quellen und den Druck vorbereitenden Helfern würde hier zu weit führen, findet sich aber im Buchwerk selbst im Literaturverzeichnis am Buchende. Stellvertretend für viele Zeitgenossen aus ganz Mainhausen und auswärts, wie auch schon verstorbene Autoren bzw. Textteile Übermittler, sollen hier aber noch genannt werden: Joseph Schopp, Ludwig Seibert und Karl Steil junior wie senior. Per E-Mail kann GHV-Vorsitzender Gerald Wissler kontaktiert werden zum Thema unter gerald.wissler@gmx.de. Die Homepage des GHV ist www.ghv-mainhausen.de 

Foto: tku